Aufnahmen von Groß-Thurow, ca. 1900
Übersetzung ins Englische

Bernhard Philipp Berckemeyer kaufte ca. 1798 das Stammgut Groß-Thurow. Auszüge aus seinem Calcutta-Journal finden Sie hier.

Vers über das Berckemeyer'sche Wappen:

Vivat et spes! (Auch die Hoffnung soll leben!)

In Schutz und Trutz, in Glück und Pein,
für Vaterland und Ehre,
mög immer der Arm gewappnet sein,
zum Angriff und zur Wehre!
Mög immer die gewappnete Hand in Treue die Sense schwingen,
mag immer das goldene kornrauschende Land
Segen ins Haus Euch bringen!
Und mög über Eures Herdes Licht
und Eurer gastlichen Halle
leuchten das Glück und die Zuversicht
Gott mit Euch und Gott für uns alle!

Groß-Thurow in Mecklenburg: Haus von vorne

Gedichtet von Helene Berckemeyer geb. Bock, vom 10. November 1936, Tag des Kaufs und Übernahme von Groß-Thurow durch Bernhard Philipp Berckemeyer:

Heut soll ich meine Heimat wiedersehen.
Von ihrer Scholle hielt Geschickes Hand
Und manch verworren tragisches Geschehen
Mich verbannt.
Und heut? Ruft wirklich sie nach mir, wünscht sich ein Auferstehn?
Sie, der mein Herz gehört ein Leben lang?
Vor heißem Werk und schöner Pflicht seh ich mich stehen,
Ihm, der sie gab, sei Dank!
Heut geh ich in Gedanken still zurück
Noch einmal ferner Jugend Wege
Frohes Erinnern, leuchtend Kinderglück,
Eh ich die Hand dann fest ans Steuer lege.
Das Fenster seh ich, wo den ersten Schlaf ich schlief
Und Hof und Garten, wo froh der Knaben Schar einst tollte,
Da, wo die Stimme meiner Mutter rief,
Und wo des Buben Herz wohl klopfte, wenn der Vater grollte.
Und dort, der blanke See, dem spiegelnd zeigt
Die junge Birke ihre jüngsten Ruten,
Du blumenbunte Wiese - ganz Grillen übergeigt -
Im Mittagsflimmer kurzer Sommergluten.
Und Erntezeit! Die Dreschmaschine summt
Und alle Tore stehen weit
Wo volle Fuder schwanken,
Du frohe, hohe Zeit!
Wenn alle Herzen danken.
Du da, bemoostes Dach, geduckt zur Erde tief.
Die alte Turmuhr hör die Zeit ich zögernd sagen
Wie oft sie wohl durch kalte Winternacht
Ihr frohes Neujahr rief
Seit jenen jungen Tagen?
Heut fährt Novembersturm rauh über Hoppeln hin,
Es tönt nur Kranichruf und Häherschrei,
Wildgänse über meine Heimat ziehn,
Doch sie ist frei! -
Dort an der alten Tanne schweren Wimper hängt
noch eine Träne von der letzten Nacht.
Auf manch Erinnern grauer Nebel senkt
den Schleier sacht. -
Kahl steht der Buchenhang im alten Lindengang,
Kein Kuckucksruf, kein Sommersänger singt,
Auf rauscht der Fuß im fahlen dürren Laube
Und dennoch hell durch meine Seele klingt
ganz junger Hoffnung Glaube.
Des Lebens Kampf hat mir den Mut gestrafft,
die alte Scholle will nun ihren Meister sehn.
Herr, gib mir Kraft
Und meiner Heimat gib ein Auferstehen!

Übersetzung ins Englische
Aufnahmen von Groß-Thurow, ca. 1900